Header von beutelpost.de - Beutelpost - Christoph schreibt aus Australien

Roadtrip nach Sydney, Tag 0-2:

Endlich wieder auf Reisen! Das war vermutlich der Gedanke, der am Samstagmorgen am größten in unseren Köpfen stand.
Nachdem wir gestern unsere Abahrt schon zum zweiten Mal verschoben hatten, weil wieder irgendetwas dazwischengekommen war, schmissen wir heute (leider auch erst gegen Mittag) den Motor an und machten uns auf den Weg zu unserem ersten Ziel: einem Instrumentenladen.
Bevor wir uns auf Reisen begaben, wollte ich mir nämlich noch eine Gitarre besorgen (ein Jahr ohne Gitarre ist einfach nicht auszuhalten ;) ), die ich dann auch mit nach Hause nehmen werde.
Nach erfolgreichem Kauf und einem leckeren nachträglichen Mittagessen fuhren wir Richtung Phillip Island, einer Insel nahe Melbourne, und schlugen nach einem letzten Großeinkauf in der Stadt unser Lager auf einem Rastplatz kurz vor unserem Ziel auf.

Am nächsten Morgen ging es nach San Remo und von dort aus über eine Brücke auf die Insel. Erster Halt war die Touri-Info, aus der wir einen Haufen Flyer mitnahmen und uns über die Attraktionen Phillip Islands informierten.
Anschließend steuerten wir die Forrest Caves an, einige Höhlen an einem langen Strand, die bei Flut durch die Brandung ausgewaschen werden.

Wir wissen nicht genau, ob das hier eine der Forrest Caves ist, aber auf jeden Fall ist diese Höhle nach dem gleichen Prinzip entstanden ;)

Als nächstes fuhren wir – nach einem kurzen Abstecher zur lokalen Rennstrecke - zur Kitty Miller Bay, um nach einem kurzen Gang am Strand entlang das Wrack der S.S. Speke anzuschauen. Ein bisschen enttäuscht waren wir schon, als sich das “Wrack” nur als ein paar verrostete, kaum als Schiffswrack zu erkennende Metallstücke entpuppte.

Die Reste der S.S. Speke

Nach einem kurzen Mittagessen fuhren wir zu einer sicheren Attraktion, den Nobbies. Die vorgelagerte(n) Insel(n) sind eine der drei Hauptattraktionen der Insel und bei einem Spaziergang über den angelegten Holzweg an der Küste Phillip Islands kann man einen netten Ausblick aufs Meer, die Inseln und die umgebende Landschaft erlangen.

Die Nobbies unter einem wunderbaren Frühlingshimmel

Es folgte ein kurzer Abstecher in die größte “Stadt” der Insel. In Cowes kauften wir noch schnell ein paar Zutaten fürs Abendessen ein und fuhren anschließend zu Attraktion Nummer Zwei: das Koala Conservation Centre. $11,90 p.P. waren uns allerdings ein bisschen zu viel, nur um ein paar Koalas zu sehen, und so machten wir uns auf zum F Oswin Robert Koala Reserve. Dort sollte man am Wegesrand Koalas sehen können. Leider entdeckten wir keinen, dafür aber jede Menge Swampwallabies.

Wir campten in der Nacht am Ende einer Straße direkt neben der Rennstrecke, nachdem wir eine leckere Reispfanne genossen hatten.

Wir bekamen sogar noch einen netten Sonnenuntergang zu sehen! :)

Am folgenden Morgen begaben wir uns wieder auf die Straße zum Cape Liptrap. Der Besuch beim dortigen Leuchtturm sollte der erste in einer langen Reihe auf unseren Roadtrips werden.

Das Cape Liptrap mit Leuchtturm

Da es viel regnete, fuhren wir ohne großen Umweg nach Yanakie, um unser Camp aufzuschlagen.
Beim Aufbau unserer “selbstgebastelten” Markise stellten wir fest, dass uns eine entscheidende Sache fehlte: Heringe. Doch der gewiefte Camper weiß sich ja zu helfen und so gingen wir mit einer Metallstange, die wir vorsichtshalber aus Melbourne mitgenommen hatten (“man weiß ja nie, wozu man das nochmal braucht” ;) ) zu einer benachbarten Baustelle und fragten den Bauarbeiter dort, ob er uns nicht die beiden Enden als Heringe abflexen könne. Fünf Minuten später saßen wir um zwei Heringe und einen äußerst praktischen Haushaltsrollenhalter reicher unter der Markise und genossen unser Abendbrot.

Daniel

Kommentare


Meine Beutelpost gefällt dir auch ganz allgemein? Wunderbar!
Zeige es deinen Freunden und verpasse keine Neuigkeiten:
AUSTAUSCHJAHR

Da waren wir also auf dem Weg zu den Pinguinen. Die schmale Straße schlängelte sich durch eine grüne Wiesenlandschaft, direkt am Meer entlang. Es war nicht mehr lange bis zum Sonnenuntergang, und so hoppelten zwischen den sanften Hügeln links und rechts dutzende Kängurus herum. Die gesamte Landschaft am Horizont lag in einem blauen Schimmer, nur ein paar wenige Wolken leuchteten in einem zarten Rosa.

Phillip Island - Abendhimmel über Pyramid Rock - IMG_5903-3

Und mitten im Wasser, klein aber beständig, stand der bekannte Pyramid Rock.

Bis hier hin war es ein recht schöner Tag gewesen, zwar etwas bedeckt, aber die Sonne hatte sich immer wieder mal durch die Wolkendecke gekämpft und uns mit ihren Strahlen beglückt. Nun sah es jedoch nicht mehr so blendend aus…

Auf eine Sache ist Phillip Island ganz besonders stolz, und das ist die Penguine Parade. Allabendlich spielt sich dieses Schauspiel an einem ganz bestimmten Strand der Insel ab: Nach einem langen Tag auf Fischfang im Meer kommen Scharen von Zwergpinguinen zurück an die Küste, steigen aus dem Wasser und watscheln die Sanddünen entlang zu ihren Höhlen.

Auf extra dafür errichteten Tribünen kann man diesem Ereignis zusehen, und die Tourismusabteilung preist es als großes, “weltweit berühmtes” Spektakel an. Entsprechend hoch waren unsere Erwartungen.

Als dann die Pinguine tatsächlich ankamen, war das auch in der Tat etwas besonderes. Wo bekommt man schon wilde Pinguine in freier Natur so nah zu Gesicht? Allerdings trübte der Nieselregen meine Stimmung doch ziemlich. Besonders die durchgenässten Betonbänke, auf denen wir sitzen mussten, waren eher suboptimal. Und die Pinguine waren dann doch ziemlich weit weg und nur in vereinzelten Grüppchen im Halbdunkel unterwegs.

Phillip Island - Penguin Parade - Copyright by someone else - IMG_6169-3

Zudem war auch noch Fotografieren verboten, man konnte nur "professionell gemachte" Fotos wie dieses kaufen. Für 1,80 Dollar das Stück. Und deswegen sind sie jetzt selbst Schuld, dass ich das einfach so online stelle. Sie wollen's ja nicht anders.

Stella meinte, es wäre eine der schlechtesten Nächte gewesen, die sie dort je erlebt hat. Normalerweise würden hunderte Pinguine quasi direkt vor einem vorbei watscheln. Schade.

Aber das beste kommt ja bekanntlich immer zum Schluss. Da trifft es sich doch gut, dass es die Phillip Island Chocolate Factory gibt! :)

Die hat ein ganzes Museum über diese köstliche Süßigkeit angebaut, in dem nicht nur die Geschichte, der Herstellungsprozess und die  verschiedenen Erscheinungsformen von Schokolade hinsichtlich Geschmack und Konsistenz erklärt, sondern auch überdimensionale Kunstwerke ausgestellt und andauernd Kostproben angeboten werden.

Ich denke, ich brauche nicht zu sagen, dass wir während unseres Besuches ordentlich gefuttert haben, oder? :D

Danach ging es aber bereits nach Hause, denn die drei Tage waren leider schon wieder um. Es kann jedoch auf jeden Fall gesagt werden: Dies war ein absolutes geniales Camp, das jede Menge Spaß gemacht hat!

Kommentare


AUSTAUSCHJAHR

Das Meer. Unendliche Weiten. Wir schreiben den nächsten Tag des Phillip Island Camps. Dies sind die Abenteuer der International Students des Elwood College, die 50 Mann Besatzung für drei Tage unterwegs sind, um neue Welten zu sehen; neue Leute und neue Gegenden. Zwanzig Minuten von ihrem Hostel entfernt dringt der Bus zu einer Attraktion vor, die keiner von ihnen zuvor gesehen hat.

Als sie am exponiertesten Punkt der Insel ankommen und ihrem treuen Gefährt entsteigen, bläst ihnen eine kräftige Brise ins Gesicht. Einige Teilnehmer der Expedition werden an ihre Heimat erinnert – das Gefühl eines frischen Seewindes ist ihnen trotz der langen Abwesenheit und tausenden von Kilometern Entfernung immer noch vertraut. Die Besatzung beginnt mit der Erkundung des Geländes.

Phillip Island - Küstenlandschaft The Nobbies - IMG_5787

An diesem Punkt des Universums wüten noch die Urgewalten der Natur. Kräftige Wellen peitschen gegen die Küstenlinie, wo sie über die Jahrtausende bizarre Formationen geschaffen haben.

Zu Beginn des Außeneinsatzes zeigte sich der Himmel noch in einem mürrischen Grau, doch nun blitzten die Strahlen des Zentralgestirns durch die Wolkendecke und hüllen die Landschaft in ein schmeichelndes Licht. Trotz der frühen Morgenstunde wird das Gebiet ausführlich ausgekundschaftet.

Man weiß vom Hören-Sagen, dass die einheimischen Bewohner diesen Flecken Planet kruderweise The Nobbies nennen, was sich vom Klang zwar nicht sehr gut in ihre Sprache integriert, onomatopoetisch aber perfekt zutrifft.

Phillip Island - Küstenlandschaft The Nobbies - IMG_5784

Diese raren Bilder der nobbeligen Umgebung konnte die Crew der Menschheit übertragen.

Historische Funde auf einer der Insel vorgelagerten Insel, die auf unseren Karten unter dem Namen Churchill Island verzeichnet ist, legen jedoch den Schluss nahe, dass diese “Einheimischen” eigentlich gar nicht so einheimisch sind – ist das Mobiliar dem geneigten Antiquitätenkenner schließlich sofort als englische Kunst des 19. Jahrhunderts geläufig. Am Vorfindeplatz verursacht es durch seinen nicht zu verneinenden Charme und die größtenteils angepasste linguistische Umgebung jedoch nicht wirklich eine ernsthafte Verletzung des Raum-Zeit-Kontinuums.

Churchill Island Heritage Farm House - IMG_5825

Die mitreisenden Experten schätzten einige der vorgefundenen Stücke als Kulturgüter von hohem historischen wie auch monetären Wert ein.

Im weiteren Verlauf des Tages, der witzigerweise eine Dauer von 23 Stunden, 56 Minuten und 4,10 Sekunden aufweist, widmete sich die Mannschaft der weiteren Dokumentation der Flora und insbesonderem der Fauna. Dabei konnte eine recht ungewöhnlich aussehende, sich verwunderlich fortbewegende, im bisherigen Siedlungsraum noch nicht gesichtete Spezies beobachtet werden.

Die Reisegeschwindigkeit von 30 km/h (ich muss konsequent bleiben) 1.0×10-4 Warp gepaart mit dem langsam schwächer werdenden Tageslicht machte das Fotografieren zwar etwas schwierig, doch als Captain Joe bei einem zehnsekündigen Stop extra für den Bordfotografen die Außentüre öffnete, konnte das Geschehen für die Nachwelt festgehalten werden.

Phillip Island Kangaroo - Känguru auf der Wiese - IMG_5907-3

Unser Navigator versicherte uns den bemerkenswerten Fakt, dass diese Kreaturen hier öfter anzutreffen seien, und sie vor allem zur Abendstunde aus ihren Verstecken kommen würden.

Doch die bisherigen Eindrücke sollten nicht die einzigen dieses Tages bleiben…

Kommentare


Meine Beutelpost gefällt dir auch ganz allgemein? Wunderbar!
Zeige es deinen Freunden und verpasse keine Neuigkeiten: