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AUSTAUSCHJAHR

Ich habe soeben das 2012 Melbourne Earthquake überlebt.

Ja richtig gelesen: Hier hat vor ner knappen Stunde die Erde gewackelt. Magnitude 5,2. Epizentrum circa 125 Kilometer östlich von meinem Wohnort.

Karte der Lage des Epizentrums

E = Epizentrum, Punkt = Mein Haus

Ich war gerade vom Fußballtraining nach Hause gekommen und habe zu Abend gegessen, da fing es plötzlich an. Mein erster Gedanke: Im Obergeschoss springt irgendwer von nem Stuhl runter. Das komische Treiben ging aber weiter. Okay, vielleicht rennt und hüpft einer etwas länger oben rum.

Dann kam mein Gastbruder Taka aus seinem Zimmer und sprach von einem Erdbeben – er ist Japaner, also in solchen Dingen eigentlich gut bewandert. ;) Ich dachte aber irgendwie, er würde nur einen Witz machen. Erdbeben in Melbourne?! Nee, die sind hier doch ungefähr so sehr gefährdet wie wir in Wilhelmshaven. Also quasi gar nicht.

Doch dann schrieben mich einige auf Facebook an und fragten, ob ich “das Erdbeben auch gespürt” hätte – und da ich fing an zu realisieren: Das war kein Spaß von Taka, der meinte das ernst!

Im Nachhinein ist es für mich auch plötzlich alles ganz logisch: Das ganze Haus vibrierte und machte einen Brummton. Die Wände sah man zwar nicht wackeln, aber ich konnte fühlen, wie sich der Boden bewegte. Als ob mein Stuhl auf einem Brett stehen würde, welches wiederum auf lauter kleinen Murmeln platziert ist und von jemandem leicht hin- und hergeschoben wird. Nicht viel, nur fünf Zentimeter. Aber spürbar.

Dieser Mann beschreibt das ganz gut:

Innerhalb von Minuten wurden die Hashtags #earthquake und #melbourne globale Trending Topics auf Twitter, schossen auf Platz zwei bzw. vier der weltweiten Charts. Und dort bekam die Internetgemeinde dann auch erste Informationen über das Ausmaß der Katastrophe – dieses Bild ging um die Welt:

2012 Melbourne Earthquake - Umgefallener Gartenstuhl

Unter anderem via Twitter-User @m_atthew

Sehr schnell waren außerdem die erste Berichte auf Zeitungsseiten online und ich habe so gefühlte 73 Statusmeldungen auf Facebook darüber gesehen. Klar, schließich ist es ja auch für die Einheimischen ein ungewöhnlicher Vorgang.

Meine Gasteltern sagten nämlich, dass dies das stärkste Erdbeben war, das sie hier je erlebt haben. Die anderen waren “immer” (also dann, wenn sie so alle paar Jahre mal auftreten) nur Magnitude 2 oder 3. Und meine Gasteltern haben ein paar Jahre in Japan gelebt, sind also auch erprobt.

Ich hätte nie gedacht, dass SOWAS zu meinen Erinnerungen an mein Jahr in Australien gehören würde. Aber auch wenn’s nicht schlimm war: Mein erstes Erdbeben – ein krasses Gefühl!

UPDATE: Laut Herald Sun war es das stärkste Erdbeben in Victoria seit drei Jahrzehnten.

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