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Nachdem wir die letzte Woche über eine coole Zeit bei Emerald verbracht haben, sitzen wir nun in einem kleinen, aber super schnuckeligen Hostel (mit dem treffenden Namen “Aussie Way Backpackers”) in Brisbanes Innenstadt — Emerald wird am Wochenende Freunde zu Besuch haben, da haben wir die Gästezimmer natürlich sofort geräumt. Klingt erstmal nach einer schlechten Entwicklung, doch vermutlich war es das Beste, was uns passieren konnte. Aber erzählen wir mal der Reihe nach.

Aussie Way Backpackers Hostel Brisbane

Das "Aussie Way Backpackers" -- wir haben verpennt, es abzulichten, aber zum Glück gibt's ja Google StreetView ;-)

Gleich am nächsten Tag nach unserer Ankunft hatten wir die erste Verabredung, um ein Auto anzusehen. Zwei französische Backpacker wollten ihren Mitsubishi Pajero 4WD verkaufen, mit eingebautem Bett im Kofferraum und einem Roof Top Tent auf dem Dach. Das Auto fuhr sich gut, und der Preis war, wenn man alle Extras wie zum Beispiel dieses Zelt miteinberechnet, ziemlich ordentlich. Wir waren sehr begeistert von dem Gefährt und hätte die Bank nicht schon zu gehabt, hätten wir es wahrscheinlich auf der Stelle gekauft.

So hatten wir aber sozusagen “notgedrungen” noch ein paar Tage Bedenkzeit. Und da fiel uns auf: Der Preis war für die ganzen Extras zwar gut — aber eigentlich brauchen wir eben diese ganzen Extras überhaupt nicht.

Als wir Emerald von unserem Fund erzählten und sagten, dass da mindestens 2000 Dollar an Camping-Equipment drin verbaut seien, nahm sie uns mit zu Kmart, eine Ladenkette, die quasi ein Misch aus IKEA, Kik und Karstadt ist: Es gibt alles was man im und ums Haus so braucht, und zwar billig. Dort stellten wir fest: Alles, was wir benötigen, um aus einem leeren Auto ein Campingmobil zu machen, ist für eine Summe von weniger als 500 Dollar zu haben — ein großes Einsparpotential. ;)

Wir sagten den Frenchies also ab und machten uns in den nächsten Tagen auf den Weg zur Magic Mile. Das ist ein relativ berühmter Abschnitt brisbaner Vorort-Hauptstraße, an der sich circa einen Kilometer lang Autohändler an Autohändler reiht. Dort sahen wir uns an, was es auf dem Markt denn eigentlich so alles gibt. Kaufen wollten wir aber eher von privat, um noch ein paar Hundert Dollar mehr zu sparen. Blöd nur, dass wir feststellten, dass wir von Autos eigentlich Null Ahnung haben… :/

Doch unser Ass im Ärmel war ja immer noch Christophs ehemaliger Gastvater in Melbourne: Der war früher mal Kfz-Mechaniker, kennt sich also ziemlich gut mit der Materie aus. Und uns kam der Gedanke, ggf. nach Melbourne zu wechseln, um uns dort vom Experten vor Ort beraten zu lassen. Doch so kurzfristig gebuchte Flüge würden mit mindestens 100 Dollar pro Nase zu Buche schlagen, zuzüglich Gebühren für’s Gepäck, und davon schleppen wir ja so einiges mit uns rum…

Und hier schließt sich jetzt der Kreis, warum das Hostel wahrscheinlich das Beste war, was uns passieren konnte: Am schwarzen Brett sahen wir den Aushang einer Autovermietung. Diese hatte offenbar viel zu viele Autos in Brisbane, dafür aber viel zu wenige in Cairns und — MELBOURNE! Der Deal ist also der: Wer innerhalb von vier Tagen den Wagen von Brisbane nach Melbourne relocated, bekommt die Miete umsonst und sogar noch eine kostenlose Tankfüllung obendrein!

Kleines Poster, große Wirkung!

Eine fixe Kalkulation ergab: Je nach Spritverbauch des zu überführenden Autos sollten wir nicht viel mehr als 200 Dollar für Benzin ausgeben, würden also billiger dabei weg kommen als mit Flugtickets, könnten unseren ganzen Krempel einfach in den Kofferraum schmeißen und bekämen sogar noch einen echten Roadtrip gratis mit dazu! :)

Morgen früh machen wir uns also “first thing in the morning” auf den Weg zu Travellers Autobarn, um uns diesen Deal zu schnappen. Melbourne, wir kommen!!!!!!

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Nach nur einer Nacht in Noosa beschlossen wir, dass es nach vier Wochen des Arbeitens eigentlich ganz nett wäre auch bald mal ein wenig zu reisen. Schon lange vor unserem Abflug aus Deutschland hatte sich vor unserem inneren Auge ein Bild von unserer Lieblings-Reisemöglichkeit manifestiert: Wir wollten nicht per Zug, Bus oder Flugzeug durch Down Under reisen, sondern uns ein eigenes Auto zulegen. Und wir wollten nicht IRGENDEIN Auto kaufen, es sollte ein Four-Wheel-Drive (4WD), ein richtiges Geländefahrzeug sein. Denn wenn man schon mal in Australien ist, möchte man ja auch die abgelegenen Gegenden des Outbacks erreichen können ;-)

Aus der Überlegung heraus, dass man in einer Großstadt wahrscheinlich mehr Erfolg bei der Autosuche hat als in einem relativ kleinen Urlaubsort wie Noosa, machten wir uns am Freitag auf den Weg nach Brisbane. Wir stiegen also in den Bus nach Nambour, um von dort aus mit dem Zug nach Brisbane zu fahren. Unser Ass im Ärmel: Wir hatten beim Boxing Tent Event in Cracow Fred Brophys Tochter Emerald kennengelernt, die uns kurzerhand zu sich nach Hause einlud, falls wir mal in Brisbane sein sollten. Wir gaben ihr also einen Tag vorher Bescheid und stiegen in Cannon Hill, einem Suburb von Brisbane, aus.

Emeralds Haus lag zum Glück nur ein paar hundert Meter vom Bahnhof entfernt, aber nichtsdestotrotz war es nicht gerade unanstrengend, mit einem 20-Kilo-Rucksack auf dem Rücken, einem kleineren aber immer noch verdammt schweren Daypack vor dem Bauch und zusätzlich noch jeweils einer Tasche mit Fressalien in der Hand unter der brütenden Mittagssonne durch die Straßen zu laufen. ;) Letztendlich kamen wir aber in der Shelley Street an und fanden unseren Haustürschlüssel – der Klassiker – im Blumentopf.

Emerald hatte einen Zettel geschrieben, dass sie so gegen 17 Uhr von der Arbeit käme und wir uns schon mal in unseren Räumen einrichten sollten – jeder von uns hatte ein eigenes Zimmer mit herrlich großem Bett! Das ganze Haus war ziemlich chic, modern und leicht luxuriös eingerichtet, allerdings nicht übertrieben: Es gab drei Badezimmer, eine Küche mit Riesenkühlschrank und ein Wohnzimmer mit einer wuuunderbar bequemen Couch und einem RIESIGEN Fernseher :D Außerdem trafen wir auf einen ziemlich niedlichen Hund namens Chief: Er sieht aus wie ein weiser Opa und ist immer ruhig und lieb :)

Hier werden wir uns nun also erst mal für ein paar Tage einquartieren und hoffen, dass wir in naher Zukunft einen fahrbaren Untersatz gefunden haben! ;)

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